Quantum Computing ist keine einzelne Bedrohung, es sind zwei separate Algorithmen mit fundamental unterschiedlicher Wirkung, gegen fundamental unterschiedliche Kryptografie. Diese Seite geht tiefer als die allgemeine Cybersicherheits-Übersicht und zeigt genau, welcher Algorithmus welchen Teil unserer Architektur betrifft, und welcher nicht.
Ein klassisches Bit ist entweder 0 oder 1. Ein Qubit kann beide Zustände gleichzeitig annehmen, eine Überlagerung, und mehrere Qubits können miteinander verschränkt werden, sodass der Zustand des einen vom anderen abhängt. Das erlaubt bestimmten Algorithmen, einen riesigen Lösungsraum parallel statt sequentiell zu durchsuchen.
Diese Unterscheidung ist der Kern der gesamten Verteidigungslogik, deshalb erst im Detail, bevor die eigene Architektur erklärt wird.
Ein Quantencomputer greift die klassische Signatur und die symmetrische Kettenintegrität auf zwei völlig unterschiedliche Arten an. Die Post-Quantum-Signatur ist von beiden Angriffen unberührt. Ein Receipt fällt erst, wenn alle relevanten Ebenen gleichzeitig fallen, nicht wenn eine einzelne davon geschwächt wird.

Konzeptdarstellung, kein Bruchbeweis
ML-DSA-65 (FIPS 204) läuft bei NIST-Sicherheitsstufe 3, vergleichbar mit AES-192, neben der klassischen ECDSA-P256-Signatur (NIST 186-5, Sicherheitsstufe 1). Ein Receipt bleibt authentisch, solange mindestens eine der beiden Signaturen hält. Die Schlüsselerzeugung selbst folgt einer protokollierten Zeremonie, die privaten Schlüssel werden per Shamir-Schlüsselteilung auf fünf Halter verteilt, mindestens drei müssen für jede Signatur zusammenwirken.
Der Vorbehalt: ML-DSA ist ein vergleichsweise junger Standard, die Standardisierung gilt als abgeschlossen, aber jüngere Verfahren haben naturgemäß eine kürzere Angriffshistorie als RSA oder ECC. Genau deshalb ist die hybride Kombination die vorsichtigere Wahl, nicht eine überflüssige, die Wahrscheinlichkeit, dass beide Verfahren gleichzeitig fallen, ist vernachlässigbar.